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«Kleine Klette»

Kleinkinder hängen manchmal wie Kletten an Mama oder Papa. Meist reicht aber ein kleiner Schubs zu mehr Selbstständigkeit.

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«Kleine Klette»

Kleinkinder hängen manchmal wie Kletten an Mama oder Papa. Meist reicht aber ein kleiner Schubs zu mehr Selbstständigkeit.

Viele Eltern erleben bei ihren Kindern im Kleinkind- oder Vorschulalter eine Phase von Anhänglichkeit oder sozialer Ängstlichkeit. Doch bis zu welchem Punkt aber ist das Verhalten anhänglicher Kinder normal? Die Psychologin Irina Kammerer kann zunächst die Mehrheit der Eltern beruhigen: «Kinder zwischen dem 7. und 12. – manchmal bis zum 24. Lebensmonat – reagieren mit Unsicherheit oder Weinen auf die Trennung von den Eltern, das ist ganz normal.» Kammerer befasst sich am Psychotherapeutischen Zentrum des Psychologischen Instituts der Universität Zürich auch mit kleinen Schürzenzipfelkindern.

Eine «klinische» Störung mit Trennungsangst, erklärt sie, könne mit etwa 3 Jahren auftreten – einem Alter, in dem die meisten Kinder die Trennung von der engsten Bezugsperson ohne grössere emotionale Belastung bereits schaffen.

Wichtig sei, sagt Irina Kammerer, Sohn oder Tochter zu erklären, dass man wiederkomme. Mit der mehrmals gemachten Erfahrung, dass Mama oder Papa wiederkommt, gewinnt das Kind an Sicherheit und Vertrauen.

Tipps

  • Akzeptieren Sie grundsätzlich das Temperament Ihres Kindes. Nicht jeder Junge ist ein Welteroberer, nicht jedes Mädchen eine Pippi Langstrumpf.
  • Üben Sie mit Klammeräffchen, sich in kleinen Schritten von Ihnen zu lösen.
  • Ermutigen Sie Ihr Kind immer wieder, die Umgebung selber zu erkunden – das Wartezimmer beim Doktor, die Rutschbahn auf dem Spielplatz oder den Garten der Grosseltern.
  • Erziehen Sie Ihr Kind zur Selbstständigkeit. Ein 3-Jähriges, das sich die Socken selber überstülpen und die Gummistiefel eigenständig anziehen kann, ist selbstbewusster – und damit weniger anhänglich.
  • Loben Sie das Kind für seine Selbstständigkeit.
  • Kinder, die eine Spielgruppe oder Krippe besuchen, fassen früher Vertrauen, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.
  • Schildern Sie Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn die Spielgruppe oder den Kontakt mit andern Kindern positiv.
  • Kippt das Kind plötzlich in Anhänglichkeit, ist ihm womöglich etwas Beängstigendes zugestossen: ein schlechter Traum?
  • Reflektieren Sie Ihr eigenes Verhalten: Gehören Sie zu den Gluckenmüttern, die ihrerseits loszulassen lernen sollten?
  • Fühlen Sie sich durch die Anhänglichkeit Ihres Kindes verunsichert? Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu holen.


Fachstellen


Mütter- und Väterberatung Schweiz www.muetterberatung.ch

Kantonale Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste

Psychotherapeutisches Zentrum des Psychologischen Instituts der Universität Zürich, Attenhoferstrasse 9, 8032 Zürich www.pz.uzh.ch

Manuela von Ah

Manuela von Ah

Manuela von Ah hat Ethnologie und Wirtschaft studiert. Für «wir eltern» schreibt sie über Erziehung und Familienpolitik, berichtet aus dem Gebärsaal, aus Kitas und Klassenzimmern – und erzählt, was Mütter und Väter auf dieser Welt bewegt.




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