Plötzlich zuckersüss
Und mein Bedürfnis ist es, Zeit mit all meinen Freund:innen und ihren Kindern zu verbringen. Also blieben wir dran. Vier Jahre lang war kein Playdate einfach nur easy. Vier Jahre lang musste ich meinen Sohn aus Situationen herausnehmen, in denen er Grenzen überschritt. Irgendwann schnallte ich, dass es einfacher ist, zu anderen nach Hause zu gehen. Also lud ich uns permanent selber ein. Aber selbst in fremden Kinderzimmern mit tollen Spielsachen war die Ruhe meist von kurzer Dauer. Waren aber ältere Kinder, so ab sechs Jahren, bei uns, mutierte unser Bub zum Vorzeigekind. Wir waren schon eins davor zu akzeptieren, dass es in diesem Kinderleben nichts mehr mit Gleichaltrigen und Jüngeren wird.
Vor ein paar Wochen war mal wieder mein Freund Dominic mit seinen zwei Mädchen bei uns. Die Grosse ist acht Monate jünger als mein Sohn, die Kleine ist erst zwei. Ich machte mich auf alles gefasst. Ausser auf das, was geschah: Mit zuckersüsser Stimme lud mein Sohn die Girls in sein Zimmer ein. Ob er sie dort verhauen will, fragte ich. Nein, sagte er. Er wolle spielen. Ihnen seine Rakete zeigen. Und was basteln. Das Trio verschwand. Während einer Stunde spielten sie friedlich im Kinderzimmer. Zum ersten Mal wusste ich nach einem Besuch von Dominic, wie es ihm geht. Dass wir danach eine Stunde brauchten, um das Kinderzimmer aufzuräumen, lasse ich an dieser Stelle sowas von gelten und rege mich nicht auf. Nicht mal ein kleines bisschen.