Vier Paare erzählen von ihrem weihnachtlichen Wandel:
Weihnachten? Bis vor kurzem war das noch dieses Fest, an dem man schnell bei den eigenen Eltern vorbeigehuscht ist, Gutscheine getauscht und ohne viel Begeisterung das alljährlich Fondue Bourguignonne hinter sich gebracht hat. Das wars. Doch jetzt ist alles anders. Seit das Kind da ist, ist nichts mehr wie vorher. Und vor allem an Weihnachten nicht. Aus irgendwelchen tiefsten Tiefen steigen plötzlich Erinnerungen an die eigene Kindheit auf: an den Geruch von Mailänderli, die Aufregung, bevor das Glöckchen zur Bescherung gebimmelt hat, an die blöde Blockflöte und daran, dass das Grosi am Heiligabend immer gesungen hat. Von Jahr zu Jahr ein kleines bisschen zittriger.
Wird aus zwei Einzelnen Familie, spült es Traditionen nach oben. Schöne und doofe. Und – es entsteht der Wunsch, jetzt aber seine ganz eigenen Weihnachten zu kreieren. Weihnachten, von denen die Kinder dann wieder ihren Kindern erzählen. Nur – wie solls denn sein? Mit Kartoffelsalat oder mit Gans, halbstündlich übergossen? Wird das Matthäus- Evangelium vorgelesen oder bleibt Religion aussen vor? Darf es die Jogginghose mit den Rentieren drauf sein? Oder doch die Krawatte? Und wie halten wirs mit Geschenken, Verwandtenbesuch und Eben-mal-die-Mails- Checken? Schwierig. Keine Zeit des Jahres ist so anfällig für Stress und Streit. Und keine ist so schön. Denn Familie in der Weihnachtszeit ist zwar wunderbar, aber niemals einfach. Nicht heute und auch nicht damals, als sich eine Schwangere mit ihrem Mann aufmachte Richtung Bethlehem …
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